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Und was kostet so ein Buchrelease?

Klar, wenn die Frage so einfach pauschal zu beantworten wäre, dann wäre das schon längst passiert. Und ehrlich gesagt, ich will euch keine Illusionen machen: Es wird bei jeder Person anders sein. Trotzdem möchte ich euch einfach mal aufzeigen, warum mein Buch letztlich vierstellig gekostet hat, obwohl andere ihr Buch für vielleicht 20€ veröffentlichen können.

Erstmal stand ich vor der Frage, wo will ich mein Buch überhaupt veröffentlichen? Ich hatte unter Pseudonym ja schon ein Buch veröffentlicht, damals über KDP. Es war simpel, erstaunlich günstig und funktionierte einfach. Für das erste Buch muss es ja eigentlich auch nicht viel mehr sein.

Als ich dann schließlich entschieden hatte, das Thema mit dem Pseudonym sein zu lassen und endlich meine Bücher unter meinem Namen zu schreiben, hab ich mich dann trotzdem gefragt, ob Amazon das Richtige ist. Versteht mich nicht falsch, ich habe nicht eine negative Erfahrung dort gemacht – Und trotzdem, gerade durch den starken Push von KI seitens Amazon (KI-Stimmen für billigere Hörbücher) ist der Ruf der Plattform in der Bubble ziemlich eingebrochen.

Ehrlich, ich verstehe’s ja. Künstler:innen wollen von ihrem Kram leben können, wäre Quatsch zu behaupten, ich würde nicht auch davon träumen. Also blieb mir nichts übrig, als mal nach Alternativen zu schauen. Schließlich bin ich also bei BoD (Books on Demand) gelandet. Deutsches Unternehmen aus Hamburg, klares Bekenntnis zu Print. Immerhin, kann man vom ein oder anderen Verlag ja nicht behaupten. Hust

Bei BoD hab ich mich für das Publish Plus entschieden. Auch wenn ich das Coverdesign nicht brauchte, dachte ich, vielleicht wäre für das erste Buch eine Promotion im BoD Shop gar nicht so doof.

Gut, mir ist dann erst nach dem Release aufgefallen, dass das nicht wirklich Zielführend war. Wer zur Hölle kauft seine Bücher im BoD Shop? Die einzigen Leute, die da unterwegs sind, sind doch genau die Leute, die ihr eigenes Buch verkaufen wollen und nicht, um Künstler:innen zu entdecken. Oder doch?

Naja, whatever. Macht also 299€ für ISBN, Vertrieb in verschiedensten Onlineshops & Buchhandlungen und so einen Kram.

Für das Cover hatte ich ehrlicherweise ziemliches Glück. Eine gute Freundin von mir ist eine unverschämt gute Künstlerin. Als ich ihr von meiner Idee erzählt habe, war sie sofort dabei. Und natürlich hat sie nicht für umsonst gearbeitet, aber ein Freundschaftspreis war es trotzdem. In der Regel könnt ihr für ein beauftragtes, gezeichnetes Cover so roundabout ab 500€ rechnen. Klar, es wird immer günstiger oder teurer geben, aber das ist so extrem unterschiedlich, ich kann euch nur meine Erfahrungen widerspiegeln.

Wären dann circa 800€.

Wir fangen jetzt hier am besten nicht mit dem Thema Lektorat an – Auch hier hatte ich Glück und konnte meine Verlobte davon überzeugen, sich den Bumms mal anzuschauen. Sagen wir, mit Bachelor in Literatur, Kultur und Medien war sie jedenfalls bedeutend besser dafür geeignet als ich. Und ich konnte sie mit Schokolade und Eis bestechen.

Fehlen nur noch die Bücher.

Aber Sebi!, höre ich euch rufen. Du hast doch gesagt, du machst Print on Demand!

Jaja, ich weiß. Und trotzdem will ich ja Bücher hier haben. Erstens für mich, zweitens weil ich so selbst welche weiterverkaufen oder verschenken kann, falls ich das möchte. Machte dann also nochmal eine Bestellung über 50 Stück, die mich knapp 450€ gekostet hat, zuzüglich MwSt. und Versandkosten.

Und zack, knackt man die 1000€ auf ganz entspannt. Aber ihr merkt auch: Vieles davon sind meine eigenen Entscheidungen gewesen. Ich hätte a) bei BoD für 39€ veröffentlichen können, b) irgendein Cover zusammenrotzen oder womöglich noch KI-generieren können und c) einfach keine Bücher bestellen und nur das Autorenexemplar für mich behalten.

Nur ist das letztlich für mich kein „Ich schreib einfach mal ‚n Buch.“

Ich bin nämlich verdammt stolz auf das, was es letztlich geworden ist. Ich bin stolz auf die Charaktere, den Storyverlauf, die Liebe im Detail und den teilweise echt schlechten Humor. Es ist eben kein Projekt, was man einfach nur so hinrotzt. Ich zumindest nicht.

War es wirtschaftlich gesehen eine dumme Idee? Yup. Wenn man bedenkt, dass man pro Buch knappe 2€ verdient, kann man sich schnell ausrechnen, wie viele man verkaufen muss, um die 1200€ wieder drin zu haben. Und dann fehlt da noch der Steuerberater, eventuelle Softwarelizenzen, Kosten für Entsorgung bei Eigenverkauf von Büchern (I kid you not, das wird ein eigener Blogbeitrag), und vieles mehr. Bis man also schließlich davon leben könnte, fehlen etliche Tausend Buchverkäufe.

Dabei bin ich ehrlicherweise froh, wenn wir die Buchverkäufe bei meinem Debüt zweistellig bekommen. Immerhin wusste ich von Anfang an, dass das hier ein Minusgeschäft ist – Zumindest von der monetären Seite. Denn der Gedanke, dass da draußen wirklich Menschen mein Buch lesen und sich vielleicht sogar in einem Charakter wiederfinden, ist letztlich unbezahlbar.

Würd ich’s also jederzeit wieder so machen? Absolut.

Werde ich beim nächsten Buch trotzdem auf die Promotion im BoD Shop verzichten?

Oh ja.