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Adieu, altes Leben

Okay, zugegeben, das klingt ziemlich dramatisch – nur war es das für mich eben auch.

Ende September habe ich meinen Firmenwagen abgegeben und meine Vertragsänderung besiegelt. Was seit Wochen feststand, ist damit endgültig Realität geworden.

Über 14 Jahre lang habe ich ganz regulär Vollzeit gearbeitet. In dieser Zeit habe ich zwei Ausbildungen gemacht, immer wieder mal den Arbeitgeber und dreimal sogar die Stadt gewechselt. Und jetzt sitze ich hier und lasse dieses Leben hinter mir. Und warum?

Für mich.

Zum einen ist diese Entscheidung, nur noch in Teilzeit zu arbeiten, gesundheitlich bedingt. Durch mein AuDHS tue ich mich sehr schwer damit, im normalen Berufsalltag klarzukommen. Ich bin zweimal ausgebrannt, habe es seit vielen Jahren mit rezidivierenden Depressionen zu tun und musste schließlich einsehen: Ich schaffe einen Vollzeitjob nicht mehr.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte kann ich selbst immer noch kaum glauben: Ich bin jetzt Autor. Ich schreibe Bücher und veröffentliche sie, suche gerade nach einer Agentur oder einem Verlag, überlege mir Content für Social Media und so weiter. Mein Job deckt weiterhin die wichtigsten Kosten, sodass ich meinen Traum ganz ohne finanziellen Druck leben kann.

Witzigerweise ist das ein Traum, den ich vor wenigen Jahren noch gar nicht hatte. Es gibt ja viele Menschen, die seit Kindesbeinen lesen und davon träumen, irgendwann selbst Bücher zu schreiben. Ich hingegen konnte dem Lesen nie was abgewinnen. Keine Bilder, keine Farben – laaangweilig.

Und dann entdeckte ich mein Hirn. (Ja, ich weiß, wie das klingt.)

Aber ernsthaft: Ein Buch zu lesen, sich die Charaktere und Szenen auszumalen, sich emotional reinzuhängen und mitzufiebern – was gibt es Schöneres?

Ich wüsste da was: diese Welten selbst zu erschaffen und Charaktere zu formen, die Leser:innen mitreißen und begeistern (oder zu Tränen rühren). Und genau das darf ich jetzt beruflich machen.

Wer weiß, wohin mich diese Reise noch bringt. Vielleicht sitze ich irgendwann bei einer Lesung vor Menschen, die eine genauso ungesunde Bindung zu meinen Charakteren aufgebaut haben wie ich, und wir streiten uns hinterher darüber, welches Ende ihr euch eigentlich gewünscht hättet.

Das Einzige, was ich sicher weiß: Ich liebe das Schreiben. Ich liebe es, zu sehen, wie andere auf meine Bücher reagieren, mit ihnen darüber zu sprechen oder einfach gemeinsam herumzuspinnen, wie eine Fortsetzung aussehen könnte. Denn Geschichten sind am schönsten, wenn man sie teilt.

Und auch wenn meine Leserschaft gerade noch sehr, sehr klein ist: Danke, dass ihr mich unterstützt – sei es, indem ihr eins meiner Bücher lest, das ich euch freundlich-aggressiv in die Hand gedrückt habe, oder indem ihr tatsächlich anderen davon erzählt.

Ja, ich habe diese Entscheidung für mich getroffen – aber es wäre Quatsch zu behaupten, ich würde meine Geschichten nur für mich schreiben. Ihr seid es, die sie am Ende lebendig machen. Und dafür bin ich euch unendlich dankbar.

Wenn du Lust auf eine Geschichte von mir bekommen hast: Das erste Kapitel von „Wenn das Leben dir Grün schenkt“ kannst du hier kostenlos lesen.

Kapitel 1 kostenlos lesen
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